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KAIROS EUROPA

Alternativen zur neoliberalen Globalisierung

von Gudrun Schneeweiß

Kairos Europa konnte im Sommer 1999 nach dreijährigem internationalen Diskussionsprozeß die Reaktionen zum Europäischen Kairos-Dokument für ein sozial gerechtes, lebensfreundliches und demokratisches Europa vorstellen.

Dieses fortgeschriebene Kairos-Dokument war dann in Brüssel Grundlage der Aktionstage und der Anhörungen beim Europäischen Parlament vom 17. bis 24. Oktober 1999.

Dabei konfrontierte ein Delegierter des afrikanischen Netzwerkes Afrodad die Europäer mit der Frage: "Auf welcher Seite steht die Europäische Union? Will sie eine Partnerin für die Länder des Südesn sein und sie bei der Beseitigung von Armut und Unterentwicklung unterstützen oder will sie das neoliberale Wirtschaftsmodell weiter fortführen, obwohl es zu immer größeren Ungerechtigkeiten führt?" Daraus ergibt sich für Kairos Europa zwingend die Frage nach der Berechtigung des Freihandels, wie ihn die WTO bis zu dem Treffen von Seattle im November als Bevorzugung der Industrienationen vor den Entwicklungsländern praktiziert hat, zumal die EU sich darauf verpflichtet hat, bis 2015 das Leben der Mehrheit der Weltbevölkerung so zu verbessern, daß die Armut um etwa die Hälfte reduziert ist.

Der Bremer Ökonomieprofessor Jörg Huffschmid wies im Blick auf die europäischen Verhältnisse das Parlament und die Kommission darauf hin, daß "der größte Skandal in der EU nicht die Höhe der Staatsschulden, sondern die Höhe der Arbeitslosigkeit" sei. Michel Rousseau, Vertreter der Euromärsche, forderte überzeugende Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsstellen, wie z.B. die 35-Stunden-Woche nach französischem Vorbild, aber auch die Einführung einer Grundsicherung für alle Bürgerinnen und Bürger in der EU.

Mit denselben Themen befaßte sich auch der Ratschlag "Für eine politische Regulierung der internationalen Finanzmärkte" am 22.01.2000 in Frankfurt.

Eine theologische Vertiefung erhofft sich Kairos Europa beim Colloquium 2000 zu "Glaube, Theologoie und Ökologie" anPfingsten 2000 in Hofgeismar, zu dem 145 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Kontinenten erwartet werden.

Das ÖNB ist Mitglied von Kairos Europa und wird sich weiter in die Diskussion einmischen.

G.S.

Netz-Info, April 2000
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