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WTO (World Trade Organisation) und Konziliarer Weg

Feuer und Wasser?

von Gudrun Schneeweiß

Am 2. Dezember 1999 ist die Sitzung der Welthandelsorganisation (WTO), dem Zusammenschluß aller Handelsländer der Welt und damit einer - selbständigen - Tochter der UN, ohne jegliches Ergebnis in Seattle (USA) beendet worden. Die protestierenden Nichtregierungsorganisation (NGO's) triumphierten ... "Besser gar kein Ergebnis als ein schlechtes!"

Was ist die Aufgabe der WTO? - Sie soll den freien Wettbewerb durch möglichst freien Handel zwischen allen Staaten der Erde ermöglichen.

Wodurch geschieht dies? - Durch den Abbau aller innerstaatlichen Subventionen und der Schutzzölle.

Wer erhebt Schutzzölle? - Die großen Industrienationen zum Schutz ihrer Industrie und ihrer Exporte, z.T. Entwicklungsländer zum Schutz ihrer Rohstoffe.

Was kann auf der Strecke bleiben? - Gerechtigkeit in Form von gerechten Löhnen und menschlichen Arbeitsbedingungen;

Frieden im gerechten Zugang zu den Gütern (Rohstoffe und Industrieprodukte) dieser Erde für alle. Bewahrung der Schöpfung in umweltgerechtem Wirtschaften.

Was hat das mit dem Konziliaren Weg zu tun? - Nun sitzen außer der WTO noch zwei Töchter der UN in Genf, die ILO (International Labor Organisation, die Internationale Arbeiterbewegung) und die IEO (International Envirement Organisation, Umweltorganisation). Beide Organisationen haben sich anläßlich der Sitzung in Seattle zum Problem des freien Welthandels geäußert und vernünftige Vorschläge zum Schutz von Arbeitern und Umwelt eingebracht, auf deren Grundlage die drei Organisationen vielleicht doch zu einer vernünftigen Lösung des Weltproblems "freier Handel" kommen könnten.

Aufgabe von Menschen auf dem Konziliaren Weg muß es sein, daß Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung gleichermaßen im menschlichen Handeln zur Geltung kommen. Daraus ergibt sich für die Nichtregierungsorganisationen die Verpflichtung in dauerndem Kontakt mit den "offiziellen" Stellen für diesen Weg zu werben. Dafür gibt es viele Mittel: das Gespräch, die Stellungnahme und auch den lautstarken Protest auf der Straße, niemals aber Gewalt...

Was heißt das für uns Netzgeschwister? - Immer wach sein, sich noch genauer informieren, die Argumente der "Gegenseite" noch besser zu verstehen suchen, sich immer einschalten, wo es nötig ist, auch in Politik und Wirtschaft, und beweisen, daß man ein verläßlicher Partner ist.

Gudrun Schneeweiß

Netz-Info, Advent 1999
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