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Vom kleinen Einmaleins des Zinses

Zinsfreiheit - eine finanzpolitische Nachhilfestunde

von Gudrun Schneeweiß

Seit über 10 Jahren bemühen sich die "Christen für gerechte Wirtschaftsordnung" (CGW), ihre Mitmenschen zu einer besseren Wirtschaftsordnung hinzuführen. Dabei spielten die Wörter "Zinsherrschaft" und "zinsfreies Geld" eine wesentliche Rolle und stifteten in vielen Köpfen eine rechte Verwirrung.

Nun brachte in der Ausgabe 99/4 des Rundbrief von CGW Bernhard Thomas aus Germering Ordnung in die Köpfe seiner Leser:

"Der Zins ist ein Begriff für die Summe aller Kosten und Gebühren, die bei Inanspruchnahme eines Kredites beim Kreditnehmer anfallen. Diese sind heute Liquiditätsverzichtsprämie (jene Summe, ein Kreditgeber erhält, weil er sein Bargeld einem anderen überläßt, die Red.), Inflationszuschlag (wenn die Preise für die Güter steigen, die Red.). Bankmarge (Aufwandsentschädigung für die Arbeit der Bank, die Red.), Knappheitszuschlag (wenn es zu wenig Geld für Kredite gibt, die Red.), Verleihdauerzuschlag und Risikozuschlag. Alle genannten Anteile bis auf die Liquiditätsverzichtsprämie bleiben auch in einem freiwirtschaftlichen Finanzsystem erhalten. Diese Anteile sind marktabhängig, sie können bei Überangebot gegen Null fallen, sie unterliegen dem Wettbewerb der Marktteilnehmer; Einkommen aus diesen Anteilen sind als leistungsabhängig anzusehen." (S. 8, Sp. 2-3)

Das heißt also: Bei "Zinsfreiheit" hat es keinen Sinn, auf ein Einkommen aus reiner Geldanlage zu spekulieren, "mensch" muß schon selbst arbeiten, aber ein Kredit kostet immer noch etwas. Es ist klüger, statt Geld zu "horten", dieses dem Kreislauf der Wirtschaft zuzuführen. - Lykurg im alten Sparta löste das Problem für seine Zeit so: Das spartanische Geld durfte nur aus Eisen sein. Wenn man es in der Truhe aufbewahrte, rostete es und verlor so seinen Wert ... Diese Methode hat sich im Zeitalter des Computer Banking freilich überholt.

Gudrun Schneeweiß

Netz-Info, April 2000
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