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Die Entlarvung des Götzen Mammon

Aktion vor der Deutschen Bank

von Inge Ammon

Unter diesem Motto stand das Pfingstkapitel der Initiative Ordensleute für den Frieden im Juni 2000 in Frankfurt. Zu viert waren wir von München angereist. Im Gemeindezentrum St. Ignatius, nahe dem Frankfurter Bankenviertel, trafen sich kanpp 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, Ordensschwestern und Brüder, dazu zahlreiche langjährige Freunde der Initiative. Es waren erfüllte Tage in guter Gemeinschaft, mit Andacht und Gebet, mit Mahnwache und Aktionsspiel.

Klug durchdacht verlief das Anspiel "Die Entlarvung des Götzen Mammon" vor der Deutschen Bank. Viele Sympathisanten aus Frankfurt und Umgebung waren gekommen, die Polizei natürlich auch.

Wir begannen mit einem Lied und ein paar Schweigeminuten für die Opfer des kapitalistischen Wirtschaftssystems.

Um 9 Uhr erscholl das Schofarhorn, geblasen von Diakon Martin und jede/r nahm seinen Platz ein, Götze Mammohn, hoch oben auf einer Trittleiter im knallrotem Umhang, mit Tausend-DM-Scheinen gespickt und mit der Krone auf dem Haupt. Spruchbänder hingen herunter:

  • Nichts kann den globalen Kapitalismus aufhalten!
  • die Politik muß weichen, damit der Kapitalismus greift!
  • Ihr könnt Gott dienen u n d dem Mammon!

    Ein Banker, ein Politiker, ein Bischof im Ornat rufen laut ihre Credo-Sätze entsprechend denen des Götzen. Die Menschen haben sich weiße Leichenhemden angezogen und fallen um wie tot. Das Schofarhorn erschallt. Ein Kind kommt näher, weist auf den Götzen und ruft laut: "Das ist ja der Tod!" und zieht die Spruchbänder hinunter. Mammon, entlarvt, wirft sein Gewand und die Krone weg und offenbart sich als Totengerippe.

    Die Menschen stehen auf, werfen ihre Leichentücher weg, nehmen ein Poster mit Aufschrift, stellen sich in den Kreis und zeigen sich die Texte:

  • Zinsnehmen in Frage stellen
  • Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft
  • Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon

    Langsam dreht sich der große Kreis und zeigt die Poster nach außen, auch in Richtung Bank. Das Schofarhorn erklingt. Das ist das Zeichen. Mit großen und entschlossenen Schritten nehmen ca. 40 Personen ihre Plätze vor den Flügeltüren und Nottüren ein. Eine Stunde bleibt die Deutsche Bank verschlossen. Denkpause für Banker! Schwester Monika von den Kleinen Schwestern Jesu verteilt mit anderen Handzettel, um über Sinn und Hintergrund dieser Aktion zu informieren.

    Es wurde nicht geräumt. Die Deutsche Bank ist nicht an Bußgeld- und Gerichtsverfahren in-teressiert!

    Inge Ammon

    Netz-Info, Dezember 2000
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