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Frauenarbeit und Ökumene

Missions- und gerechtigkeitstheologisch begründete Ökumene im Nord-Südverhältnis der Kirchen

von Marianne Danzer

Zuweilen als "Vorreiterinnen" für die Kirche, als "Gratwanderinnen" und "Persönlichkeiten" bezeichnet, haben wir den Mut öffentlich unsere Arbeit zu beleuchten.

Als Mitarbeitende in Basisgruppen haben wir unsere Verflochtenheit in Unrechtsstrukturen durch unser Wirtschaftssystem erkannt.

Es ist uns wichtig, diese Arbeit in unserer Kirchengemeinde anzusiedeln. So entstand die eigenständig arbeitende ökumenische Frauengruppe.

Zwar sind wir eine kleine Gruppe, aber in über 15 Jahren kontinuierlicher Arbeit "risikobereiter" geworden: Wir haben "Fächer" für den konziliaren Prozess geschaffen, für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Wir gaben Kredit für Projekte, die vom EDCS unterstützt werden, und als effektvolle Starthilfe einen Kredit für das "sozial-ökologische" Projekt in Kransdorf auf der Insel Rügen. Wir übernahmen durch unsere Unterschriften Verantwortung für Flüchtlinge aus Bosnien. Wir sind selber Energieproduzentinnen geworden und setzen Zeichen der Solidarität mit Frauen aus Französisch-Polynesien und Südafrika.

"Ihr seid Vorreiter der Kirche", rief uns Pfarrer Purrer 1990 zu.

Wir sehen unsere Arbeit vor Ort, in der evangelischen Gemeinde Heilig-Geist in Nürnberg-Laufamholz, als "Pilot-Projekt" und haben es im Rahmen des ersten Frauengeschichtswettbewerb der Evang.-Luth. Kirche in Bayern in dem Buch "Und sie treten aus dem Schatten" veröffentlicht.

Risikobereiter wurden wir gegenüber der Kirchengemeinde, indem wir auf eigene Initiative die anglikanische Ordensschwester Sister Anna aus Belfast einluden und die Frauenkreise mobilisierten, Hauptamtliche hielten sich zurück. Daran wuchsen wir und verstanden: "Wir sind Kirche!" Sister Anna konnte bei uns das "Lagan-College", die erste ökumenische Schule in Nordirland vorstellen und durch uns die Idee in Deutschland bekannt machen und dafür werben. Inzwischen ist das Schulprojekt gelungen und wurde vom Staat übernommen. Es wirkte so beispielhaft, daß es jetzt 49 integrierte Schulen in Nordirland gibt. Freilich bedürfen die beiden Geistlichen, die nicht vom Staat finanziert werden, weiter unserer Unterstützung. Beim Bau finanzierten wir eine Wand, dafür wurde unser Name ins Mauerwerk eingeritzt.

Für die umfangreichen Kontakte mit Friedens- und Gerechtigkeitsgruppen in aller Welt war die Einrichtung eines Büros nötig.

Risikobereit müssen auch unsere Familien sein, wenn es darum geht, Geld nach außen zu geben, oder eine Unterschrift zu leisten mit weitreichenden Folgen. Um so dankbarer sind wir, daß wir mit unserer kleinen Kraft Hoffnung wecken konnten. Und es geht weiter! Die "Kransdorfer" teilten in ihrem Weihnachtsgruß mit, daß nun der Stall umgebaut wird (die Milchkammer wurde von uns schon finanziert). Ein sehnlicher Wunsch der Betreuten sind in diesem Jahr zwei Sättel für die Pferde, damit sie reiten können. Außerdem hoffen sie auf Gäste aus Bayern, die gern bei ihnen übernachten können (Insel e.V. Gutshaus, 18573 Kransdorf, Tel. 038306-612-0, Fax ... 612-11).

Auch der Kontakt mit den von uns betreuten Flüchtlingen besteht weiter. Seit 1998 haben sie eine neue Heimat in Vodice bei Sibenik an der Dalmatinischen Küste im Süden Kroatiens gefunden. Mit unermüdlichem Fleiß und nicht versiegender Hoffnung im Herzen haben Vilko und Vesna das eingetauschte Haus umgebaut, aufgestockt und modernisiert. Es sind ansprechende Appartements geworden. Sie freuen sich auf Feriengäste ab Ostern. Bis Mitte Oktober kann gebadet werden (Vesna und Vilko Debeljak, Katarine Zrinske 11, 22211 Vodice, Kroatien).

Ein Zeichen unserer Solidaritätsarbeit ist die Bestellung des "Monoi-Öls" aus reiner Kokosnuß von der Insel Tahiti, als Fortsetzung der Weltgebetstags-Projekte. Ab März ist es wieder im Dekanatsfrauenbüro, eckstein, Burgstraße 1-3, 90480 Nürnberg, zu haben.

Netz-Info, Frühjar 2002
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