Liebe Freundinnen und Freunde des gentechnikfreien Essens,

Verbraucherministerin Aigner handelt nicht nur in unserem Sinne, sie nutzt auch noch unsere Argumente. Das freut uns natürlich. Der Anlass ist weniger erfreulich. Es geht um ein Schurkenstück erster Kategorie. Das Opfer sollen Sie sein. Denn die EU-Kommission hat – stark beeinflusst durch die interessierte Industrie – einen Coup geplant, der möglichst ohne viel Aufsehen in diesem Sommer über die Bühne gehen sollte. In Zukunft wäre es dann erlaubt, den VerbraucherInnen nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen ins Essen zu mischen – bis zu einer Grenze von 0,1 Prozent. Im Klartext:

illegale Gentech auf unseren Tellern, ohne dass wir es wissen!==




Schurkerei in Folge


Die jetzigen EU-Regelungen sind schon schlecht genug. Käme die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag durch, gäbe es allerdings noch weniger Sicherheit bei Agro-Gentechnik! Dass Aigner uns nun in unserem Kampf gegen die Gentech-Lobby zur Seite springt, das ist unverhoffte Hilfe. Und sie kommt gelegen, denn die Schurkerei der Kommission hat Methode.


Schon im vergangenen Jahr hatte die EU-Kommission auf stetiges Drängen der Industrie eine Verunreinigung von Futtermitteln mit illegalen GVO bis zu 0,1 Prozent zugelassen – eine schlimme Niederlage. Jetzt soll die Nulltoleranz bei Lebensmitteln gekippt werden. Und die Kommission plant schon den nächsten Schlag: Auch bei Saatgut soll gentechnische Verunreinigung erlaubt werden. Dann würden auch die Bauern ohne ihr Wissen gentechnisch veränderte Pflanzen aussäen, die in der EU verboten sind.


Hart bleiben, Frau Aigner!


Illegale Gentech in unserem Essen, illegale Gentech auf unseren Feldern, wir sagen nein! Und fordern Ministerin Aigner auf, jetzt hart zu bleiben und andere EU-Staaten hinter sich zu bringen. Denn für eine gesetzliche Verankerung dieser Machenschaften braucht die EU-Kommission 75 Prozent der Stimmen aller EU-Mitgliedstaaten. Das soll sie nicht schaffen! Unterstützen Sie unsere Arbeit, damit wir für Ihren Schutz vor Gentechnik kämpfen können.

Herzliche Grüße aus Berlin

Heike Moldenhauer, Lynn Gogolin-Grünberg und Norbert Franck für das BUND-Team "Biologische Vielfalt"